Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr? Bullshit!

Das hier könnte der kürzeste Blogpost werden, denn ich je schreiben werde und ungefähr so aussehen.

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr? Echt? Nein. Bullshit! Vergesse diesen Satz.

Und fertig. Nothing more to say.
Doch ich will heute gezielter darauf eingehen, warum dieser Satz total unsinnig ist.

Lebenslanges Lernen. Ja, auch für Hänschen.

Früher ist man tatsächlich davon ausgegangen, dass das Gehirn eines Erwachsenen fest „verdrahtet“ ist und man an dieser Vernetzung nichts mehr ändern könne. Frei nach dem Motto, wenn man es nicht als Kind gelernt hat, wird es auch nichts mehr. Muss eine miese Zeit für alle die gewesen sein, die auch als Erwachsene noch gelernt und sich entwickelt haben. Denn eigentlich ging das ja nicht. Wenn ich es mir überlege, waren diese Menschen, die sich damals verändert und weiterentwickelt haben, also sowas wie eine weiterentwickelte Spezies, die etwas konnte, was gar nicht möglich war. Denn das Dogma der Gehirnforschung war eben, einmal verkabelt, immer verkabelt. Doch ich schweife ab.

Im Video fasse ich den Inhalt in 1 Minute für dich zusammen.

Die frohe Botschaft

Mittlerweile ist die Neurowissenschaft so weit, dass ganz klar ist, dass sich das Gehirn ein Leben lang verändern kann. Neuroplastizität ist hier das Stichwort. Wir können immer neues lernen. Es kommt halt darauf an, wie wir unser Hirn benutzen.

Man kann es sich wie folgt vorstellen. Immer dann, wenn wir etwas tun oder denken, dann verändert dies physisch etwas in unserem Gehirn. Es verschaltet sich neu. Sehr stabile und starke Verschaltungen, können wir uns wie eine Autobahn vorstellen. Eine neuronale Autobahn, die immer wieder befahren werden kann. Diese Autobahnen entstehen, wie erwähnt, aus unserem Tun oder Denken. Stell es dir so vor: Wenn du zum ersten Mal eine Sache machst, dann bilden sich im Gehirn neue Synapsen. Sozusagen wie Spuren in einem Acker, durch den du das erste Mal gegangen bist. Je öfter du die Tätigkeit oder das Denken wiederholst, desto ausgetretener wird dieser Pfad und irgendwann ist es eben vergleichbar mit einer soliden Autobahn. Sogar ganz ohne Stau. Also nicht die A40. Kenner wissen was ich meine. Und wenn diese neurologische Autobahn vorhanden ist, greift unser Hirn natürlich gerne auf diese zurück.

Das heißt, was Hänschen einmal gelernt hat, ist erstmal das, was sein Gehirn gerne nutzt. Eigentlich wäre daher der Satz also so passender. „Was Hänschen gelernt hat, nutzt Hans immer sehr!“ Denn wenn wir unsere Gewohnheiten oder Denkmuster erstmal verankert haben, ist es nicht so leicht da rauszukommen. Denn ein Teil unseres Hirns, will die vorhandenen Autobahnen nutzen und nicht einen neuen Pfad anlegen. Und jetzt wird es tricky. Wenn Hänschen also, zu der Zeit als er noch Hänschen war, gelernt hat, dass er alles das, was er als kleines Hänschen nicht gelernt hat, später auch nicht mehr lernen kann, dann benutzt Hans natürlich genau diese neuronale Autobahn und glaubt wirklich, dass er es nicht probieren muss. Klappt ja eh nicht.  Daher einmal  ein Wink für alle Eltern – bitte achtet drauf, euren Kindern solche Dinge nicht einzureden. Ist sicher nett gemeint, aber es ist nicht gut. Und ein Wink für alle die,  die glauben, ihre Freunde, Partner oder sie selber, können Neues  nicht lernen oder sich nicht verändern. Doch. Geht.

Veränderung ist möglich.

Veränderung ist möglich. Wenn du mit Begeisterung an einer Sache dran bin, etwas probierst und handelst, dann entstehen neue „Verschaltungen.“ Diese werden, wenn wir dran bleiben, auch zu einer Autobahn, die unser Gehirn nutzen wird. Dabei ist es besonders förderlich, wenn uns das, was wir tun „unter die Haut geht“, wie der Neurobiologe Gerald Hüther so schön sagt. Denn immer dann, wenn wir emotional und mit Begeisterung etwas geschafft haben, etwas erlebt haben, dann „wird im Mittelhirn eine Gruppe Nervenzellen erregt. Die schütten dann an den Enden ihrer langen Fortsätze einen Cocktail neuroplastischer Botenstoffe aus.“[1] Diese sorgen am Ende dafür, dass alle an der Erfahrung beteiligten neuronale Netzwerke verstärkt und ausgebaut werden. Sie werden sozusagen neuronal gedüngt

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr, ist somit neurowissenschaftlicher Quatsch. Wir alle können neues lernen, uns verändern, uns entwickeln. In meiner Arbeit geht es letztlich genau darum. Die Entfaltung des Potentials einzelner Personen oder des Potentials von Unternehmen fördern und zwar fest stehend, auf dem Fundament der Naturwissenschaften. Vielleicht kennst du ja Menschen die ihr volles Potential entfalten und nutzen möchten, um ihre Ziele wirklich zu erreichen. Dann klick einfach mal auf den Link zu meinem Seminarevent für Potentialentfaltung. Du kommst dort zur Infoseite meines offenen Seminars. Wenn du jemanden kennst, für den das interessant ist, empfehle es gerne weiter.

[1] (Hüther, 2014)

Beitragsbild: (c) eyetronic/ Fotolia.com

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